Wie ist das heute eigentlich mit Prepaidkarten beim Handy? Als die neu waren, also gerade eingeführt waren, da waren sie zunächst völlig anonym. Man kaufte sich bei Aldi & Co. eine Karte, packte sie in sein Handy rein, die Karte meldete sich im System an und man konnte sofort telefonieren (und unerkannt verreisen). Das war aber nur die ersten paar Wochen so, dann waren die Datensammler schon wach geworden und es wurde eine namentliche Registrierung eingeführt.
Das konnte man online machen, wobei die eingegebenen Daten nur auf Plausibilität geprüft, aber nicht verifiziert wurden. Erkennbar unsinnige Eingaben wie »Donald Duck, 12345 Entenhausen« wurden abgewiesen. Wenn Ort und Straße jedoch real existierten, dann wurde nicht weiter geprüft, ob der angegebene Name auch wirklich an der Adresse wohnte. Damals kursierte eine Anleitung (ich finde die Quelle leider nicht wieder), wie man sich trotzdem einigermaßen anonymisieren konnte:
Man sollte eine Adresse wählen, die im Bereich der Heimatfunkzelle liegt, wo sich das Handy also meistens aufhält. Es wäre in diesem Sinn falsch und würde bei Überprüfungen auffallen, wenn man als Wohnort Sendenhorst angibt, in Wirklichkeit aber in Langeln wohnt. In diesem Heimat-Funkzellenbereich sollte man sich eine beliebige Straße aussuchen, deren letzter Hausnummer eine weitere (nicht existierende) hinzufügen und einen beliebigen Namen angeben. Der Trick mit der extra Hausnummer sollte verhindern, dass bei zufälliger Namensgleichheit ein Unbeteiligter Nachteile erleidet. Bei mir wäre das ganz besonders effektiv: Da ich hier zu Hause vom Autobahnfunkturm Kaltenkirchen versorgt werde, könnte ich eine Adresse in dieser Stadt angeben, die sogar noch in einem anderen Landkreis liegt.
Ich habe meine Prepaidkarte schon etliche Jahre und weiß nun nicht, ob das immer noch so ist, oder ob man sich heute beim Neukauf bzw. der Freischaltung einer Prepaidkarte rechtswirksam identifizieren muss.
